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ETH Zürich - LET - Ilias - Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte

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ILIAS-LDA-ELBA läuft zur Zeit ohne Probleme.


Ruedi Felber vom NADEL

E-Learning im Kosovo mit ILIAS

Der folgende Artikel erschien am 8. Juli 2005 in "ETH Life Print"

Hören Sie dazu auch die Audio-Aufzeichnung (MP3-Format, 12MB), in der Ruedi Felber Ausführungen zum Kosovo-Projekt und zum Einsatz von ILIAS macht.


Das Nachdiplomstudium für die Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Transformationsländern (NADEL) bot zusammen mit dem Lehrentwicklung und -technologie (LET) Mitarbeitenden im öffentlichen Dienst der Provinz Kosovo einen E-Learning Kurs in Projektmanagement an. Der Kurs läuft auf der open source Lernplattform ILIAS.

In der zu Serbien gehörenden Provinz Kosovo stehen zur Zeit viele Gemeindeprojekte im Infrastrukturbereich an. Dazu gehören der Bau von Schulen, Landstrassen und Projekte der Landwirtschaft. Eine erfolgreiche Durchführung der Projekte kann nur professionell ausgebildetes und kompetentes Personal der Gemeindeverwaltungen garantieren. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ist als oberste provisorische Verwaltungsbehörde der Provinz Kosovo mit der Herausforderung konfrontiert, über 300 Mitarbeitende in verschiedenen Gemeinden in Projektmanagement auszubilden, welche in 30 Kommunen verstreut über die ganze Provinz arbeiten. In jeder Gemeinde sind je nach ihrer Grösse 5-15 Mitarbeitende in "Project Cycle Management" (PCM) auszubilden. Aufgrund der räumlichen Distanz bietet sich dazu ein Blended Learning Ansatz, d.h. Präsenztraining kombiniert mit E-Learning-Massnahmen, geradezu an. Mit diesen Überlegungen hat das OSZE das NADEL beauftragt, zusammen mit dem «Kosovo Institute for Public Administration» (KIPA) in einem ersten E-Learning Kurs die Mitarbeitenden von zwei Pilot-Gemeinden auszubilden.

NADEL und LET moblisieren ihre Kompetenzen für ein Pilotprojekt

In der Folge wurde das LET von Ruedi Felber vom NADEL angefragt, ob es den E-Learning Teil eines neu aufzubauenden Blended Learning Kurses übernehmen könnte. Daraus entstand eine fruchtbare Zusammenarbeit, bei welcher das LET für Betrieb, Aufbau und Support der Lernumgebung in der Lernplattform ILIAS aufkommt und das NADEL für den PCM Inhalt verantwortlich zeichnet. "Für einen nachhaltigen Projekterfolg ist es wesentlich, dass die knappen E-Learning Projektgelder primär in Konzeption, Tele-Tutoren-Ausbildung und Inhaltserzeugung investiert werden und nicht in Lizenzgebühren für eine kommerzielle Lernplattform", meint Thomas Piendl, Projektleiter des LET, "daraus leitet sich ab, dass eine einfache open source Lernplattform zum Zuge kommt". So wurde auch nichts dem Zufall überlassen. Ruedi Felber, Entwicklungszusammenarbeit-Projektleiter des NADEL, reiste zwei Mal nach Pristina, zuerst um vor Ort die lokalen Gegebenheiten abzuklären und einige Monate später ein zweites Mal, um die Einführungsveranstaltung zum PCM-Kurs zu koordinieren. Damit kann gewährleistet werden, dass im KIPA das Wissen über Projektmanagement nachhaltig verankert wird. Mit diesem Ziel vor Augen haben sich zwei Mitarbeiter vom KIPA in Tele-Tutoring ausbilden lassen, damit sie die Lernenden in den Gemeinden via internetbasierte Kommunikation in albanischer und serbischer Sprache optimal betreuen können.

Erste Erfahrungen

Im Laufe des Projekts zeigte sich, dass aufgrund der konfliktreichen Vergangenheit Kosovos stets umsichtig gehandelt werden muss. So musste beispielsweise die Sprachauswahl in ILIAS, standardmässig mit Flaggen implementiert, durch eine textbasierte Auswahl ersetzt werden. Zudem mussten aufgrund politischer Sensibilitäten die Ortsnamen im Kurs stets in Serbischer und Albanischer Schrift geschrieben werden. Wie Ruedi Felber erläutert, ist es das Ziel des Projekts, dass KIPA in Zukunft die Ausbildung in Projektmanagement ohne die Mithilfe von LET und NADEL anbieten kann. Geplant ist daher, dass die Lernplattform ILIAS unter Mithilfe des LET bald auf einem Server des KIPA installiert und dann in Pristina betreut wird. ILIAS eignet sich für das vorliegende Projekt, weil es nach eigenen Ansprüchen und Wünschen adaptiert und weiterentwickelt werden kann. So war es z.B. möglich, ILIAS in Albanisch und Serbisch zu übersetzen, was eine Grundvoraussetzung für dessen Einsatz im Kosovo war.

Potentiale und Hindernisse

E-Learning (bzw. blended learning) zeichnet sich bereits heute als viel versprechender Bildungsansatz in der Ausbildung der Verwaltungsangestellten des Kosovo ab. Basierend auf der guten Informatik-Infrastruktur der Kosovo-Verwaltungsakademie KIPA beteiligen sich die Auszubildenden sehr aktiv am E-Learning Kurs und es findet ein reger Erfahrungsaustausch über die Diskussionsforen statt. Die Beteiligten zeigen sich motiviert und sie sind interessiert, mit neuen Technologien zu arbeiten. Diese Tatsachen vereinfachen die Zusammenarbeit enorm - wenn da nicht die Politik wäre. So konnten einige Beamte einer Pilotgemeinde nach der Einführungsveranstaltung zum PCM-Kurs leider nicht an der gesamten Ausbildung teilnehmen, da sie an ihrem Arbeitsplatz keinen Internetzugang bewilligt bekamen. Der Bürgermeister der Gemeinde war offenbar der Ansicht, dass einige seiner Mitarbeitenden andere politische Auffassungen haben. Dieses Demokratieverständnis des Bürgermeisters zwang die KIPA dazu, die Mitarbeitenden einer neuen Pilotgemeinde kurzfristig in den Kurs aufzunehmen, leider ohne vorgängige Einführungsveranstaltung. Zum Glück fanden sich die neuen Kursteilnehmenden in ILIAS sehr rasch zurecht, was zeigt, dass das LET bezüglich E-Learning Konzept und Lernplattform die richtige Wahl getroffen hat.

 

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